Corona-Pandemie Stellungnahme Waldorfbund Österreich

Wien, im Dezember 2021

Dem Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen ist mit offenen Kindergärten und Schulen am besten gedient. Der Waldorfbund Österreich respektiert daher alle Maßnahmen, die zur Pandemie-Bekämpfung und zum Offenhalten von Kindergärten und Schulen beitragen können. Die Waldorfschulen und Waldorfkindergärten halten sich selbstverständlich an die Pandemiemaßnahmen, so wie sie auch vor der Corona-Krise alle Gesetze und rechtlichen Vorgaben eingehalten haben.

Der Waldorfbund Österreich erkennt ausdrücklich an, dass die Corona-Schutzimpfungen neben anderen getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beitragen. Er gibt der Maßnahmenverweigerung in den Waldorfschulen und Waldorfkindergärten keinen Raum und grenzt sich klar gegen die Polemik unwissenschaftlich argumentierender Impfgegner ab. Demokratie- und staatsfeindliche Äußerungen, Corona-Leugnung, Verschwörungsmythen und rechtsextremes Gedankengut sind mit der humanen Grundeinstellung der Waldorfeinrichtungen unvereinbar. (1) Daher verwahrt sich der Waldorfbund dagegen, mit Personen und Gruppierungen, die derartiges Gedankengut vertreten, assoziiert zu werden. An dieser Stelle sei allen MedienvertreterInnen gedankt, die sich um eine umfassende Gründlichkeit der Recherche, persönliche Nachfrage und informative Sachlichkeit bemühen.

Die Lebenswirklichkeit der Waldorfschulen und Waldorfkindergärten ist vielfältig und so existiert in ihrem Umfeld ein breites Spektrum an Meinungen zur Pandemiesituation und den staatlichen Maßnahmen. Wie in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen gibt es auch hier Befürwortung bzw. Skepsis zu Pandemiemaßnahmen und Impfung. Geistige Freiheit und Dialogfähigkeit sind jedoch für Waldorfeinrichtungen ein hohes Gut, daher wird Diversität in der persönlichen Auseinandersetzung mit offenen Fragen im Sinne einer freien Geisteshaltung respektiert. Sofern sie nicht inhumanes Gedankengut vertreten, werden daher Menschen wegen ihrer Meinungen nicht ausgegrenzt. Klar ist aber, dass rechtliche Vorschriften eingehalten werden müssen.

Zum Impfen:
Bei Rudolf Steiner findet sich eine Vielfalt an Gesichtspunkten zum Impfen. Die in verschiedenen Medien verbreitete Behauptung, er habe Impfungen generell abgelehnt, lässt sich nicht belegen. Vor fanatischer Ablehnung von Impfungen hat Rudolf Steiner strikt gewarnt, er ließ sich selbst gegen Pocken impfen. (2)
Zur Covid-Schutzimpfung sei auf die differenzierte Stellungnahme der Internationalen Vereinigung anthroposophischer Ärztegesellschaften (IVAA) und der Medizinischen Sektion am Goetheanum verwiesen, in der eine Impfung gegen Sars-CoV-2 als wichtiges Element zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie genannt wird. Die Anthroposophische Medizin baut dabei auf Freiwilligkeit und umfassende Stärkung der Resilienz. (3)

Die Covid-Pandemie zeigt uns, wie wichtig es ist, stets im Dialog zu bleiben, dem Dialog zwischen Menschen, Meinungen, Medien und letztlich auch zwischen Mensch und Natur.

(1) https://www.waldorf.at/organisation/wiener-erklaerung
(2) Können sich Impfgegner auf Rudolf Steiner und die Anthroposophie berufen?
http://www.nna-news.org/de/nachrichten/artikel/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=2852&cHash=76000d15afe227e0af9723cc72d1e28f (abgerufen am 27.11.2021)
(3) Stellungnahme zur Impfung gegen SARS-CoV-2 (abgerufen am 27.11.2021)

Die Dachverbände der Waldorfschulen in der Schweiz und in Deutschland haben ihrerseits ebenso Stellungnahmen veröffentlicht: https://steinerschule.ch/corona
https://www.waldorfschule.de/artikel/bund-der-freien-waldorfschulen-bestaetigt-seine-haltung-zu-pandemiemassnahmen-und-schutzimpfung

 

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