Das bewegliche Klassenzimmer

Unter-, Mittel- und Oberstufe

Die Grundschulstufe: Vom Tun zum Begreifen

DSC_0213Kinder wollen tätig sein und bei uns dürfen Sie das auch: wenn sie Land vermessen, das Feld bestellen, Brot backen, sich eine Haube stricken oder ein kleines Haus bauen, dann erleben sie Arbeit, welche die Sinne schult und zugleich Sinn stiftet.

Die Bildhaftigkeit als Unterrichtsprinzip schafft im Kind die Grundlage für späteres Abstraktionsvermögen. Auch bei gedanklicher Arbeit bleiben die Kinder nicht in ihren Bänken sitzen: Waldorfpädagogik verbindet seit jeher Rechnen mit Bewegung – und wird darin von jüngsten Forschungen wieder neu bestätigt.

Selbst Ruhezeiten wirken „bildend“: Während das Kind äußerlich ruhig den klassischen Märchen und Mythen lauscht, lassen die Phantasiekräfte in ihrem Inneren die lebendigsten Eindrücke entstehen.

 

Die Mittelstufe: Vom Begreifen zur Eigentätigkeit

In der Mittelstufe (5.-8. Klasse) lösen sich die jungen Menschen aus der kindlichen Geborgenheit und bereiten sich auf das Erwachsenwerden – freie Urteilsbildung, Eigenverantwortung – vor. Neue Fächer – Biologie und Mineralogie (Menschen-, Tier-, Pflanzen-, Gesteinskunde) – machen die jungen Menschen mit unserer irdischen Realität vertraut. In Chemie und Physik werden die innerste Materie und die äußersten Gesetzmäßigkeiten erforscht.

Orchesterwerke, Opern, Musicals und Theaterstücke werden sorgfältig ausgewählt, einstudiert und aufgeführt. Den Abschluss der Mittelstufe bildet ein selbstständig erarbeitetes Thema mit öffentlichem Vortrag. Dieser vollendet und beschließt die Bindung zum Klassenlehrer, zur Klassenlehrerin: Der junge Mensch ist nun ermächtigt, in Zukunft nicht mehr die persönliche, sondern die fachliche Antwort zu suchen.

 

Die Oberstufe: Von der Eigentätigkeit zur Eigenverantwortung

DSC_0002 (3)Der Abschluss einer Waldorfschule soll junge Menschen befähigen, ihre Aufgabe im Leben zu erkennen und ihren Platz in der Gesellschaft und im Arbeitsleben einnehmen zu können. Die Oberstufe (9.-12. Klasse) zeichnet sich daher einerseits durch intensiven Fachunterricht aus, andererseits durch einen künstlerischen Zugang auf allen Ebenen. In eigen- und fremdsprachigen Theateraufführungen werden Figuren, ihre Gefühle und Handlungen erprobt, in Handwerkstätigkeiten – Weben, Tischlern, Buchbinden, Schneidern, Steinhauen – werden Geschicklichkeit und Durchhaltevermögen geschult. Kunst durchatmet den gesamten Unterricht. Selbst naturwissenschaftliche Vorgänge werden über das künstlerische Einfühlen in die Naturvorgänge in ein innerlich getragenes Umweltverständnisses verwandelt.

Die langjährige Praxis der schöpferischen Herangehensweise an alle Fragestellungen des Fachunterrichts schult – vertieft durch Betriebspraktika – den Willen und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, die in der zukünftigen Wissens- und Arbeitswelt weiter entwickelt werden können.